MÜDIGKEIT AM STEUER: FRÜHWARNZEICHEN ERKENNEN & RICHTIG HANDELN

23.12.2025
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Sie sitzen bereits eine Weile im Auto und die Straße zieht sich scheinbar endlos vor Ihnen hin. Plötzlich merken Sie: Ihre Augen werden immer schwerer, Ihre Konzentration lässt nach. Ob auf der Fahrt in den Urlaub oder auf dem Weg zu einem Geschäftstermin – Müdigkeit am Steuer ist eine große Gefahr und Jahr für Jahr einer der häufigsten Unfallverursacher. Umso wichtiger ist es, das Problem frühzeitig zu erkennen und die richtigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen. In diesem Blogbeitrag erklären wir Ihnen, welche Warnzeichen Sie auf keinen Fall ignorieren sollten, warum der Sekundenschlaf nicht zu unterschätzen ist und was Sie schnell gegen Müdigkeit am Steuer unternehmen können.

Welche Faktoren fördern die Müdigkeit am Steuer?

Müdigkeit am Steuer kommt nicht einfach aus heiterem Himmel – viele Faktoren können dazu beitragen, dass Sie sich hinter dem Lenkrad plötzlich schläfrig fühlen. Dabei liegt auf der Hand: Schlafmangel ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor. Wer nachts nicht genug schläft, riskiert, dass der Körper tagsüber irgendwann die Reißleine zieht. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie lange, monotone Strecken, beispielsweise auf der Autobahn, sorgen dafür, dass die Konzentration im Laufe der Fahrt nachlässt. Zudem tragen äußere Einflüsse wie die Tageszeit ihren Teil dazu bei. Wer zu Zeiten unterwegs ist, zu denen man normalerweise schläft, muss früher oder später mit einem Leistungstief rechnen.

Lange Wachzeiten (z. B. nach einer Nachtschicht oder Partynacht), die Einnahme bestimmter Medikamente, Alkohol (der ohnehin beim Autofahren tabu ist!) sowie hohe Temperaturen im Sommer oder schwere Mahlzeiten verstärken die Müdigkeit am Steuer ebenfalls. Oftmals ist es ein Zusammenspiel aus mehreren Ursachen, das Ihnen die Energie während der Fahrt raubt.

Wichtige Warnsignale: Wann Sie unbedingt eine Pause einlegen sollten

Müdigkeit zeigt sich oft durch kleine, aber deutliche Signale Ihres Körpers. Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Anzeichen bei sich beobachten, sollten Sie unbedingt anhalten:

  • wiederholtes, scheinbar unkontrollierbares Gähnen
  • schwere oder brennende Augenlider
  • vermehrtes Blinzeln
  • Frösteln, obwohl im Auto eine angenehme Temperatur herrscht
  • Schwierigkeiten, den Blick durchgehend auf die Straße zu richten
  • ständig abschweifende Gedanken
  • häufiges Abkommen von der Fahrbahnmitte
  • unregelmäßiges Fahrverhalten (z. B. ständig zwischen langsamer und hoher Geschwindigkeit wechseln)
  • Gereiztheit oder Nervosität ohne Grund
  • Übersehen von Ausfahrten oder Verkehrsschildern

Sekundenschlaf: Die unterschätzte Gefahr hinter dem Steuer

Sekundenschlaf gehört zu den größten Gefahren bei Müdigkeit am Steuer. Dabei handelt es sich um Sekundenbruchteile, in denen Sie das Bewusstsein verlieren, ohne es selbst zu merken. Schon wenige Sekunden ohne Kontrolle über das Fahrzeug können schwere Kollisionen mit oft fatalen Folgen für Fahrer*in, Beifahrer*in und andere Verkehrsteilnehmer*innen verursachen. Eine Beispielrechnung zur Veranschaulichung: In nur vier Sekunden Sekundenschlaf legen Sie bei 120 km/h etwa 133 Meter unkontrolliert zurück — das entspricht mehr als einer Fußballfeldlänge! Deshalb sollten Sie jedes Anzeichen von Müdigkeit am Steuer ernst nehmen und sofort reagieren, bevor es zu spät ist.

Welche rechtlichen Konsequenzen können drohen?

Wenn Sie trotz Müdigkeit am Steuer einen Unfall verursachen, gefährden Sie nicht nur sich und andere, sondern müssen eventuell auch mit rechtlichen Folgen rechnen – im schlimmsten Fall kann Ihnen Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Denn laut Straßenverkehrsordnung (§ 58 Abs. 1 StVO) darf ein Fahrzeug nur gelenkt werden, wenn man sich dazu körperlich und geistig in der Lage sieht und die Rechtsvorschriften dabei eingehalten werden können (Quelle: Rechtsinformationssystem des Bundes). Kann diese Vorgabe aufgrund von Ermüdung nicht eingehalten werden, kann der Führerschein entzogen und eine Geldstrafe von bis zu 726 Euro verhängt werden. Führt die Erschöpfung zu einem Unfall, bei dem Personen zu Schaden kommen, kann sogar Haft drohen (Quelle: OTS).

Was sollte man bei Müdigkeit am Steuer tun?

  • Anhalten und einen Powernap machen (15 bis 20 Minuten).
  • Frische Luft schnappen und sich bewegen, z. B. einen kurzen Spaziergang
  • Koffein in Maßen nutzen – z. B. eine Tasse Kaffee für die Pause zwischendurch, aber nicht als alleinige Wachmacher-Strategie.
  • Den/Die Beifahrer*in um Unterstützung bitten, indem der/die Fahrer*in gewechselt

Die besten Tipps gegen schwere Augen

  • Medikamente, die müde machen können, vor der Fahrt auslassen (unbedingt Rücksprache mit dem Arzt/der Ärztin halten!).
  • Vor der Fahrt auf genügend und erholsamen Schlaf achten (mind. 7 bis 8 Stunden).
  • Regelmäßig Pausen einlegen (alle 2 Stunden oder alle 200 Kilometer).
  • Während der Fahrpausen Dehnübungen machen, um sich aufzufrischen.
  • Vor der Fahrt schwere Mahlzeiten vermeiden.
  • Interessante Gespräche mit Beifahrer*innen fördern zwischendurch die Konzentration.
  • Möglichst nicht zu kritischen Uhrzeiten fahren, wie z. B. mitten in der Nacht.

Verantwortung zeigen: So schützen Sie sich und andere

Müdigkeit am Steuer ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte – schließlich gefährden Sie sich selbst, Ihre Mitfahrer*innen und andere Verkehrsteilnehmer*innen. Die gute Nachricht: Mit einem wachsamen Blick für die Frühwarnzeichen und dem richtigen Verhalten können Sie das Risiko erheblich minimieren. Seien Sie ehrlich zu sich selbst, wenn Sie erste Müdigkeit spüren, und handeln Sie konsequent – eine Pause oder ein kurzer Powernap können Leben retten. Verantwortung zu übernehmen bedeutet, rechtzeitig innezuhalten, statt den Sekundenschlaf zum Verhängnis werden zu lassen. So bleiben Sie wach, aufmerksam und sicher unterwegs!