LADEKARTEN - WELCHE ANBIETER GIBT ES UND WAS KÖNNEN SIE?

16.06.2021

Die Anzahl an Elektroautos in Österreich steigt und steigt. Dementsprechend wächst auch das Angebot an Ladeinfrastruktur. Wir haben die relevantesten Anbieter von Ladekarten unter die Lupe genommen, was sie können und welche Tarife sie anbieten.

Preview Image of LADEKARTEN - WELCHE ANBIETER GIBT ES UND WAS KÖNNEN SIE?

Wer ein rein elektrisches Auto fährt, lädt im Idealfall zuhause über Nacht oder untertags im Job. Dennoch sollte auch eine Ladekarte, mit der sich zu einem günstigen Ladetarif an möglichst allen oder zumindest vielen öffentlichen Ladestationen laden lässt, in keinem E-Auto fehlen.

So ist die Ladeinfrastruktur in Österreich organisiert

In Österreich sowie generell in Europa beschäftigen sich viele Unternehmen in unterschiedlichsten Konstellationen und Kooperationen mit der Stromversorgung für Elektrofahrzeuge. Das Ladenetz (Stand Juni 2021) umfasst in Österreich etwa 8.000 öffentliche Ladepunkte mit öffentlichen E-Tankstellen bzw. Ladestationen, an denen via Karte oder Smartphone-App getankt werden kann. Wir haben die wichtigsten Anbieter in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, darüber hinaus gibt es auch Ladepunkte, die etwa bei Supermärkten kostenlos für Kunden zur Verfügung stehen.

BEÖ

Unter dem BEÖ (Bundesverband Elektromobilität Österreich) haben sich die Energieversorger der Bundesländer sowie einige städtische Energieversorger organisiert, es wird ausschließlich Ökostrom angeboten.

Angebot: dichtes Ladenetz (5.000 im BEÖ Netz); Gleichstromladen bis 11 kW, selten 22 kW, wird ebenso angeboten wie DC-Schnellladen bis zu 350 kW.

Kosten/Abbuchung: abgerechnet wird nach Minuten, Tarife orientieren sich an der maximal verfügbaren Leistung vom jeweiligen Ladepunkt. Außerhalb Österreichs wird je Ladevorgang ein Aufpreis verrechnet. je nach Energieversorger gibt es unterschiedliche Verträge und Zuschläge fürs Laden bei den anderen BEÖ-Mitgliedern bzw. bei Roaming-Partnern.

ella

ella gehört der WEB Windenergie AG und hat neben einigen eigenen Ladestationen vorwiegend Kooperationen mit Handelsunternehmen (z. B. Hofer) und Kommunen.

Angebot: Strom der ella-Schnellladestationen kommt zu 100 % aus erneuerbaren Energien (W.E.B-Grünstrom). Die Ladestationen befinden sich an Verkehrsknotenpunkten, in der Nähe von gastronomischen Einrichtungen und sind meistens überdacht. Der Großteil ermöglicht Wechselstromladen (bis 11 oder 22 kW AC), an einigen wenigen ist Gleichstrom-Schnelladen (50 kW DC) möglich. ella ist Roaming-Partner des ÖAMTC.

Kosten/Abbuchung: bei den DC-Schnellladestationen wird nach Minuten abgerechnet, bei den Support Ladestationen (AC bis 22 kW) nach kWh. Ab der 13. Ladestunde gibt es einen zeitabhängigen Tarif.

EMC

Der ElektroMobilitätsClub Österreich ist eine Plattform zur Vernetzung, zum Austausch von Informationen und Neuigkeiten und eine Art Einkaufsgemeinschaft, bei der die Mitglieder an allen Ladepunkten österreichweit und europaweit laden können. Aktuell gibt es Kooperationen mit ELLA, ENIO, da-emobil, Linz AG, Vulkanlandstrom.

Angebot: die EMC-Clubkarte ist zugleich Ladekarte und bietet zahlreiche Vorteile, österreichweites Laden zu Spezialkonditionen und europaweites Laden

Kosten/Abbuchung: Die Abrechnung ist abhängig von der jeweiligen Ladestation und erfolgt entweder nach Minuten oder nach kWh.

Da-emobil

Das Tiroler Familienunternehmen da-emobil betreibt österreichweit mit einigen Partnern über 50 Ladestationen (mit rund 100 Ladepunkten) an wichtigen Verkehrspunkten, ein Großteil davon befindet sich in Tirol. Partner sind u. a. ÖAMTC oder Energie Steiermark.

Angebot: Ladeleistungen bis 150 kW

Kosten/Abbuchung: Abrechnung via da-emobil-Ladekarte erfolgt nach kWh; via App oder QR-Code bezahlt man nach Minuten. Bei den Eigennetz- sowie Partner-Stationen sind die Tarife mehr oder minder gleich. Roaming-Kunden erhalten einen prozentualen Aufschlag des Ladekartenbetreibers.

Ionity

Ionity ist ein Joint Venture von einigen Automobilherstellern (BMW, Ford Motor Company, Hyundai Motor Group, Mercedes Benz AG und Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche). Angebot: europaweites Laden an oder in der Nähe der wichtigsten europäischen Autobahnen bis 350 kW (High Power Charging); vereinzelt gibt es auch 50-kWh-Stationen, ausschließlich mit CCS-Combo-Stecker

Kosten/Abbuchung: abgerechnet wird über Service-Provider oder direkt via Smartphone, je nach Standort in Kilowattstunden oder Minuten. Achtung: High Power Charging ist generell deutlich teurer – vor allem bei Zahlung mit Kreditkarte an der Ladestation. Bei Verrechnung über den Service-Provider gilt dessen Tarif, bei Zahlung mit den Ladekarten der an Ionity beteiligten Hersteller ist die Kilowattstunde wiederum günstiger

ÖAMTC ePower

Der Mobilitätsclub ist mit ÖAMTC ePower sowohl Service-Provider als Ladestationen-Betreiber.

Angebot: gemeinsam mit Roaming-Partnern ein österreichweites Netz (einige an eigenen Stützpunkten) von etwa 160 Ladestationen (ca. 450 Ladepunkte) mit Wechsel- und Gleichstromladen,

Kosten/Abbuchung: Bezahlung via ÖAMTC ePower App oder Ladekarte; abgerechnet wird nach kWh. Direktzahler via QR-Code bekommen Aufschläge verrechnet.

Plugsurfing

Plugsurfing betreibt selbst keine eigene Ladeinfrastruktur, sondern bietet via App (oder Ladeschlüssel/-chip) Zugriff auf Ladestationen von Plugsurfing-Partnern.

Angebot: aktuell etwa 110.000 Ladepunkte europaweit; in Österreich nur wenige Schnelllademöglichkeiten mit 50 kW Gleichstrom, da mit Smatrics kein Vertrag besteht.

Kosten/Abbuchung: keine einheitlichen und tendenziell höhere Preise, sind jedoch via App transparent für jede Station dargestellt und komfortabel abzurechnen.

Smatrics

Smatrics ist ein Komplettanbieter und Joint Venture von OMV, Siemens und Verbund, bezieht Strom aus Wasserkraft und betreibt schon seit längerem eines der dichtesten Ladenetze Österreichs; Roaming-Verträge mit BEÖ und Ionity.

Angebot: Strom aus Wasserkraft; nahezu flächendeckendes Netz; drei Steckertypen – hier finden auch noch älterer E-Fahrzeuge mit Chademo-Stecker Nahrung! Wechselstrom bis 43 kW, Gleichstrom bis 50 kW (österreichweit dichtestes 50 kW-Gleichstrom-Netz)

Kosten/Abuchung: ausschließlich nach Minuten, verschiedene Tarife für häufige Nutzer, für regelmäßige und solche, die nur selten laden. Abrechnung nur in Minuten.

up magnifier language share