Elektro

Unter den Begriff Elektroauto fallen genau genommen alle Fahrzeuge, die über einen elektrischen Antrieb verfügen, also auch Hybridfahrzeuge oder das Brennstoffzellenfahrzeug. Im Alltag bezieht sich der Ausdruck jedoch fast immer auf das Battery Electric Vehicle (BEV), das ausschließlich batteriebetrieben ist. Sauber, leise und sparsam – das Elektroauto klingt vielversprechend. Es gilt als einer der Favoriten, wenn es darum geht, die Luft in den Innenstädten zu verbessern und die Umwelt zu schonen. Da das Laden mit Strom günstiger ist als mit fossilen Brennstoffen, entlastet es gleichzeitig die Geldbörse. Für die meisten Autofahrer ist die Reichweite bisher ein Hinderungsgrund, sich ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug zu kaufen. Wir erklären genauer, wie weit man mit dem Elektroauto tatsächlich kommt.

Batterie

Im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gibt es bei Elektroautos keinen Tank. Sämtliche für den Antrieb benötigte Energie wird in der Batterie gespeichert. Die meisten Hersteller haben sich auf die Lithium-Ionen-Batterie fokussiert, weil sie eine hohe Leistungs- und Energiedichte hat und als sehr zyklenfest gilt. Die Zyklenfestigkeit gibt an, wie oft der Vorgang aus Aufladung und anschließender Entladung wiederholt werden kann, bis die Batterie an Kapazität verliert. Die meisten Hersteller geben für bis zu acht Jahre bzw. zwischen 100.000 und 200.000 gefahrenen Kilometern eine Garantie für die Batterie und versprechen für diesen Zeitraum eine Mindestkapazität von 70 Prozent, die aber auch darüber liegen kann.

Andere Batterietypen, zum Beispiel Nickel-Metallhydrid, haben eine wesentlich geringere Energiedichte und eignen sich daher weniger als Antriebsbatterie. In vielen Hybridfahrzeugen werden sie heute noch verbaut, dienen aber in der Regel nur als Starterbatterie.

Reichweite

Viele Autofahrer befürchten noch immer, mit einem Elektroauto nicht weit zu kommen, dabei bieten einige Hersteller mittlerweile Reichweiten von mehreren hundert Kilometern an. Kleine Modelle wie der Renault Twizy schaffen bereits 80 Kilometer, während der e-Golf bis zu 500 Kilometer und Modelle wie der Tesla S sogar über 500 Kilometer ohne Ladestopp zurücklegen können. Niedrige Außentemperaturen oder das Zuschalten von Heizung bzw. Klimaanlage, aber auch Fahren mit hohen Geschwindigkeiten (wie auf der Autobahn) verringern die Reichweite des Elektroautos deutlich. Vor der Anschaffung eines Elektroautos sollten Sie sich überlegen, ob Sie eher kurze Strecken oder öfter auch Langstrecken fahren. Für kurze Wege und vor allem in der Stadt, bietet das Elektroauto eine gute Alternative. Auf längeren Strecken kann es passieren, dass längere Stopps fürs Aufladen hinzukommen. Dies muss vor der Anschaffung bedacht werden. Die Rekuperation, sprich die Rückgewinnung der Bremsenergie, kommt der Reichweite zu gute und dient der Effizienz des Elektroantriebs. Da die Automobilhersteller stetig an der Verbesserung der Reichweite arbeiten, ist davon auszugehen, dass die maximale Reichweite in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Aktuell ist die Reichweite des Elektroautos immer auch eine Preisfrage. 

Emissionen

Da das Elektroauto keinen Verbrennungsmotor besitzt, stößt es auch keine Stickoxide oder schädlichen Feinstaub aus. Es wird daher als lokal emissionsfrei bezeichnet. Um einzuschätzen, wie umweltfreundlich der Stromer wirklich ist, berücksichtigen Experten allerdings auch, wie die Energie entstanden ist, die das Auto antreibt. Dies passiert bei der Well-to-Wheel-Analyse.

 

Well-to-Wheel 

Die Well-to-Wheel-Analyse (auf Deutsch "vom Brunnen zum Rad") untersucht die gesamte Prozesskette, die für die Herstellung von Energie notwendig ist. Elektroautos sind zwar lokal emissionsfrei, jedoch wird ihre CO2-Bilanz schlechter, wenn sie mit konventionellem Strom aufgeladen werden, da bei der Erzeugung im Kraftwerk CO2 entsteht. Nutzt man hingegen ausschließlich regenerative Quellen zur Stromerzeugung, zum Beispiel Windkraft, kann der CO2-Ausstoß nahezu vernachlässigt werden. Verglichen mit dem Verbrennungsmotor schneidet das E-Auto in Sachen Umweltfreundlichkeit jedoch immer besser ab, selbst wenn konventioneller Strom genutzt wird.

Sicherheit

Das Elektroauto gilt nicht nur als besonders sauber, sondern auch als besonders leise. Das trifft zumindest bei Geschwindigkeiten unter 30km/h zu. Fährt das Fahrzeug schneller, dominieren die Abrollgeräusche der Reifen, unabhängig von der Antriebsart. Während man lange Zeit versucht hat, Fahrzeuge leiser zu machen, bringt das Elektroauto gerade im innerstädtischen Bereich eine potenzielle Gefahrenquelle mit sich. Bei langsamen Geschwindigkeiten könnten Fußgänger die elektrisch angetriebenen Wagen leichter übersehen bzw. überhören. Diesem Risiko müssen sich sowohl der Fahrzeugführer als auch Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer bewusst werden. In manchen Elektroautos ist daher zusätzlich ein Soundgenerator verbaut, der bei langsamen Geschwindigkeiten ein Fahrgeräusch imitiert.

Steuervorteile

Wenn Sie sich für ein Elektroauto entscheiden, profitieren Sie von mehreren steuerlichen Vorteilen. Da die Normverbrauchsabgabe (NoVA) erst ab einem CO2-Ausstoß von 90g/km zu zahlen ist, entfällt sie bei rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen komplett. Ebenso werden für Elektroautos keine Kfz-Steuer und keine motorbezogene Versicherungssteuer fällig. Für lokal emissionsfreie Firmenfahrzeuge, d.h. mit einer CO2-Bilanz von 0g/km, wird zudem kein Sachbezug versteuert.

Förderungen

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) unterstützen gemeinsam mit den Automobilimporteuren den Kauf von Elektrofahrzeugen. Vom Händler muss beim Kauf eines Elektroautos ein Bonus von 1.500 Euro gewährt werden, damit die staatliche Förderung von bis zu 2.500 Euro beantragt werden kann. Bei zusätzlicher Installation einer Wallbox, der Heimladestation, oder Kauf eines intelligenten Kabels, kann ein weiterer Zuschuss von 200 Euro beantragt werden. Die Förderung gilt nur für Neuwagen bzw. für Fahrzeuge mit Tageszulassung oder Funktionsfahrzeugen wie Vorführwagen, deren Erstzulassung beim Kauf nicht mehr als 12 Monate zurückliegt. Zusätzlich kann eine Landesförderung von 1.000 Euro beantragt werden.

Ladearten

Welcher Stecker passt in welche Ladesäule? Da es bisher noch kein einheitliches Ladesystem für E-Autos gibt, verwenden die Hersteller verschiedene Formen. Wir erklären Ihnen, wie die verschiedenen Steckertypen funktionieren und in welche Station sie passen.

Ladenetzwerk

Am Ausbau eines Ladenetzwerks für E-Fahrzeuge wird stetig gearbeitet, von Tag zu Tag gibt es in Europa neue Ladestationen. In Österreich stehen Ihnen bereits einige E-Tankstellen zur Verfügung, damit Sie auch längere Strecken ohne Probleme zurücklegen können.

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