Ladearten

Derzeit existieren mehrere Ladesysteme nebeneinander, was für Verwirrung sorgt. In Europa gibt es insgesamt vier Schnellladesysteme: Typ 2 AC, CHAdeMo, CCS und Tesla Supercharger. In der Regel bietet eine Ladesäule sowohl CHAdeMo, CCS als auch Drei-Phasen-Wechselstrom mit 43 Kilowatt an. Die Kabel für die Schnellladung sind dabei immer fest an der Säule montiert, sodass man nicht extra ein Kabel mitführen muss. Tesla bietet ein eigenes Netzwerk mit den Supercharger-Stationen. Generell gilt: Ein Akku kann nur bis zu einem bestimmten Punkt schnell laden, je voller er wird, desto geringer wird die Ladeleistung. Bei den meisten Fahrzeugen lädt die Batterie bis etwa 80 Prozent mit der vollen Leistung, danach wird der Ladestrom erheblich reduziert. Auf Langstrecken kommt man daher schneller voran, wenn man nur den Akkubereich zwischen 10 und 80 Prozent nutzt. Ein (fast) leerer Akku braucht an der Schnellladesäule etwa 30 Minuten, bis er bei 80 Prozent seiner Ladeleistung ist.

Typ 2 AC

Der Typ 2-Stecker, auch Mennekes-Stecker genannt, wurde von der Europäischen Kommission als Standardstecker für Elektroautos in Europa definiert. Während Batterien Gleichstrom zum Laden benötigen, steht AC hier für Wechselstrom, wie er aus der heimischen Steckdose kommt. In den meisten E-Autos ist ein Konverter installiert, der den Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt und dann an die Batterie weitergibt. Je nachdem ob das jeweilige E-Auto eine oder alle drei Phasen des Stroms nutzt, variiert die Ladeleistung und damit auch die Ladezeit. Aus einer normalen Steckdose kommen maximal 3,7 Kilowatt, was bei einem Auto, das alle drei Phasen nutzt, zu einer Leistung von 11 Kilowatt für das Laden führt. Öffentliche Ladesäulen bieten in der Regel Leistungen zwischen 11 und 22 Kilowatt an. Je nachdem wie groß der Akku des E-Autos ist, variiert auch die Ladezeit. Kleine Akkus wie beim Renault ZOE (40-Kilowatt-Akku) laden in etwa zwei Stunden voll, beim VW e-Golf hingegen dauert es an der gleichen Säule etwa sieben Stunden, da sein Ladegerät nur eine Phase nutzen kann. Die Ladung an der Haushaltssteckdose dauert nicht nur länger als an der Ladesäule, Haushaltssteckdosen sind auch nicht darauf ausgelegt, über lange Zeit so intensiv belastet zu werden. Eine Alternative stellt daher die Wechselstrom-Ladestation für den eigenen Parkplatz dar, die sogenannte Wallbox. Damit können Sie schneller und sicherer als mit der herkömmlichen Haushaltssteckdose laden und verfügen über mehr Flexibilität.

CHAdeMO

CHAdeMO ist der älteste Schnellladestandard und wurde in Japan entwickelt, wo sich auch die Mehrzahl dieser Ladestellen befindet. In Europa gibt es ca. 4000 CHadeMo-Ladestellen, davon 130 in Österreich. Weltweit haben 33 Prozent aller E-Fahrzeuge einen CHAdeMO-Anschluss, weitere 15 Prozent, z. B. Tesla Model S und Tesla Model X, können CHAdeMO über einen Adapter nutzen. Die Stationen können mit einer Leistung von bis zu 50 Kilowatt laden, wodurch die meisten Autos innerhalb von 30 Minuten von 0 auf 80 Prozent geladen sind. Theoretisch sind Ladeleistungen von 150 Kilowatt möglich, künftig sind daher wesentlich leistungsstärkere Ladestationen geplant. Bisher kann jedoch noch kein Serienfahrzeug mit mehr als 50 Kilowatt an CHAdeMO laden, lediglich der Kia Soul EV kann mit 62 Kilowatt aufgeladen werden. Autos mit CHAdeMo-Anschluss liegt in der Regel ein Ladekabel für die Schuko-Steckdose und für eine Typ 2-Säule bei. Da CHAdeMO mit Gleichstrom lädt, ist es jedoch wesentlich schneller als die herkömmliche Ladesäule mit Wechselstrom.

CCS

CCS steht für Combined-Charging-System und ist der Schnellladestandard der deutschen und der amerikanischen Automobilindustrie. Im oberen Teil besteht der Stecker aus dem Typ 2-Stecker und dient der Kommunikation zwischen Auto und Ladesäule sowie der Übertragung von Wechselstrom. Im unteren Teil befinden sich zusätzlich zwei Pins für die Übertragung von Gleichstrom. Wechselstrom- und Gleichstrom-System sind baulich in Stecker, Buchse und Fahrzeug getrennt. Anders als beim CHAdeMo-Anschluss ist nur noch ein Inlett im Fahrzeug notwendig, an dem sowohl der Typ 2-Stecker als auch der CCS-Stecker passen. Derzeit sind mit CCS Leistungen von 50 Kilowatt bei der Aufladung möglich, in naher Zukunft sind Ladesäulen mit 150 Kilowatt geplant.

Tesla Supercharger

Da es zur Markteinführung des Tesla Model S im Jahr 2012 kein genormtes System mit Ladeleistungen von bis zu 135 Kilowatt gab, hat der amerikanische Elektroautohersteller Tesla sein eigenes Schnellladesystem entwickelt, das auch in Europa gut ausgebaut ist. In Europa und in Asien benutzen die Supercharger den Typ 2-Stecker. Anders als bei CCS und CHAdeMo werden Gleichstrom und Wechselstrom erst im Fahrzeug getrennt. Tesla-Modelle können daher sowohl über einen Anschluss am Supercharger mit Gleichstrom als auch am Hausanschluss bzw. einer Typ 2-Ladesäule mit Wechselstrom laden.

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